Draußen vor der Tür

Draußen vor der Tür

SIBYLLE HAMANN - MEINE REISE ZURÜCK ZU DEN GRÜNEN.

S. ist 15 Jahre alt, als ich sie zufällig kennenlerne. Sie hat prächtige dunkle Locken, ein breites Lächeln und neugierig blitzende Augen. Sie hat eine Frage. "Ich würde so gern österreichische Menschen kennenlernen. Können Sie mir helfen?" Mich überrascht die Frage. Ist S. gerade erst in Wien angekommen? Ist sie vielleicht auf Urlaub in Wien? Weiterlesen

Hallo, wer bist du?

Hallo, wer bist du?

SIBYLLE HAMANN - MEINE REISE ZURÜCK ZU DEN GRÜNEN.

Hat man Angst als Auslandsreporterin?, wurde ich manchmal gefragt. Ja, lautet meine ehrliche Antwort. Und mein größter Angstmoment war immer jener, wenn ich, kurz nach der Ankunft an einem mir völlig fremden Ort, zu einem fremden Mann ins Taxi steigen musste. Weiterlesen

In der Welt ankommen

In der Welt ankommen

SIBYLLE HAMANN - MEINE REISE ZURÜCK ZU DEN GRÜNEN.

Dann starrt man also in die Windel, auf ein kleines Häuflein gelblichen Brei. Schnüffelt. Müsste das nicht dunkler sein, fester, weicher, mehr? Gründe für Unsicherheit gibt es viele, wenn man die ersten Tage mit einem Neugeborenen zu Hause ist. Weiterlesen

Feminismus tut Buben gut

Feminismus tut Buben gut

SIBYLLE HAMANN - MEINE REISE ZURÜCK ZU DEN GRÜNEN.

Was willst du werden, wenn du groß bist? Stellt man diese Frage einem Fünfjährigen, kommen herzige Antworten: Astronaut. Polizist. Fußballer. Bei Fünfzehnjährigen klingt das anders. Marcel, 15, will Mike Tyson werden. Weiterlesen

Gut, dass du hier bist, Fatima!

Gut, dass du hier bist, Fatima!

SIBYLLE HAMANN - MEINE REISE ZURÜCK ZU DEN GRÜNEN.

Fatima trat im Oktober 2015 in mein Leben, am Höhepunkt der Flüchtlingskrise. Unsere Kinder gingen gemeinsam zur Schule. Seither sind wir Freundinnen. Es ist seltsam, mit einem Menschen befreundet zu sein, der in vielen Dingen ganz anders ist als man selbst. Weiterlesen

Die unsichtbaren Betreuerinnen

Die unsichtbaren Betreuerinnen

SIBYLLE HAMANN - MEINE REISE ZURÜCK ZU DEN GRÜNEN.

Romana B. ist eine verständnisvolle, nachgiebige Frau. Wahrscheinlich muss man sagen: Zu verständnisvoll, und zu nachgiebig. Sonst hätte der Ex-Mann nicht heimlich den Familienschmuck entwenden können, um seine Spielsucht zu finanzieren. Und sie auf seinen ganzen Schulden sitzengelassen, als er sich schließlich aus dem Staub machte. Weiterlesen

Warum wir Frauenhäuser brauchen

Warum wir Frauenhäuser brauchen

SIBYLLE HAMANN - MEINE REISE ZURÜCK ZU DEN GRÜNEN.

Frau D. ist 50 Jahre alt und Küchenhilfe. Sie wohnt im Frauenhaus. 30 Jahre lang hat sie stillgehalten, durchgehalten. Erst, "weil ich jung und deppert war", dann, weil die Kinder kamen, dann weil das Haus gebaut wurde, dann bis die Kinder groß waren, und schließlich, "weil es so schwer ist, wegzugehen, wenn man nichts anderes kennt". Weiterlesen

Hass zerstört Heimat

Hass zerstört Heimat

SIBYLLE HAMANN - MEINE REISE ZURÜCK ZU DEN GRÜNEN.

Sefik D. lernte ich neben dem Südbahnhof kennen, wo damals ein riesiger Busparkplatz war. Die meisten Wiener gingen an diesem Ort achtlos vorbei. Für viele sogenannte "Gastarbeiter" allerdings spielte er eine ganz zentrale Rolle im Leben – denn hier fuhren die Langstreckenbusse in Richtung Balkan ab. Zur Oma. Zum Onkel Dragan. Zu den Cousins und Cousinen. In jene Dörfer, wo man fast jeden Urlaub verbrachte. Weiterlesen

Zuhören und da sein

Zuhören und da sein

SIBYLLE HAMANN - MEINE REISE ZURÜCK ZU DEN GRÜNEN.

Ich wohnte im Stuwerviertel im 2. Bezirk, als Jörg Haider Mitte der Neunzigerjahre seine ersten überraschende Wahlerfolge einfuhr. Das Stuwerviertel war damals keine schicke Gegend. Schlenderte man hungrig über den Vorgartenmarkt, hatte man nicht – wie heute – die Wahl zwischen Joseph-Brot und Mochi, sondern nur zwischen zwei Tranklerhütten, vor denen finster dreinblickende Kampfhunde in der Sonne dösten. Weiterlesen

Wenn Menschen ihre Nachbarn töten

Wenn Menschen ihre Nachbarn töten

SIBYLLE HAMANN - MEINE REISE ZURÜCK ZU DEN GRÜNEN.

Es war die schlimmste Reise meines Reporterlebens. Ich war Ende zwanzig, als ich hineinstolperte. Eben waren aus Ruanda, einem kleinen Land im ostafrikanischen Hochland, unvorstellbare Nachrichten nach außen gedrungen: Es habe einen Völkermord gegeben, mit hunderttausenden Toten. Weiterlesen